Mikrobiom Darm – Gesunde und schöne Haut entwickelt sich auch im Darm

Mehr über den Zusammenhang vom Mikrobiom Darm und der Hautpflege erfahren

Während die Medizinische Kosmetik auf Therapien zum sukzessiven Verschwinden der Symptome von Hauterkrankungen setzt, bekämpft die Ästhetische Dermatologie mit Injektionen durch Botulinumtoxin, Hyaluron, Radiesse und Polynukleotide sichtbare Zeichen der Hautalterung.

Wie auch das Mikrobiom im Darm das Hautbild prägen, positiv beeinflussen und zum Erhalt einer gesunden, schönen Haut führen kann, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Was ist das Darm Mikrobiom?

Spätestens seit dem Bestseller “Darm mit Charme” von Giulia Enders sind Themen die Verdauung betreffen von einer vermeintlichen Tabuzone hinein in ein öffentliches Bewusstsein gerückt. In den letzten Jahren ist nun auch der Mikrobiomeffekt immer bekannter geworden und damit der mögliche Einfluss von Bakterien der Darmgesundheit von Menschen auf das gesamte Wohlergehen.

Das Mikrobiom des Darms, auch als Darmmikrobiom bezeichnet, beschreibt die Gesamtheit aller Mikroorganismen und Mikroben, die den Darm besiedeln.

Ähnlich wie das Hautmikrobiom besteht es aus einer Vielzahl von Mikroorganismen, darunter fallen:

  • Bakterien
  • Viren
  • Pilze
  • andere Mikroben.

Diese Mikroben leben in enger Gemeinschaft und erfüllen essenzielle Aufgaben für die Gesundheit des Menschen.

Das Darmmikrobiom spielt in erster Linie eine zentrale Rolle für die Verdauung, indem es Nährstoffe aufschlüsselt, die der Körper allein nicht verwerten könnte. Darüber hinaus trägt das Mikrobiom im Darm aber auch zur Regulierung des Immunsystems bei, schützt die Darmschleimhaut vor schädlichen Keimen und unterstützt die Produktion von Vitaminen sowie entzündungshemmenden Substanzen.

Ein ausgewogenes Mikrobiom ist daher entscheidend für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen, aber auch für den Zustand unserer Haut.

Mikrobiom ist nicht gleich Mikrobiom

Ähnlich wie der Darm besitzt auch die Haut ein eigenes Mikrobiom. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen weisen auf die Wechselwirkung zwischen dem Mikrobiom der Haut und dem Mikrobiom des Darms hin.

Einfach gesagt, kann eine ausgewogene Darmflora helfen, das Hautmikrobiom ins Gleichgewicht zu bringen und so auch bestehende Hautprobleme zu verringern oder ihnen vorzubeugen.

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Kurze Infos über das Hautmikrobiom: 

– Die Haut ist mit zwei Quadratmetern Oberfläche ein riesiges Ökosystem für Mikroorganismen. Auf der Haut leben ca. 100 Milliarden Mikroorganismen, darunter Bakterien, Archaeen, Viren, Pilze und Milben.

– Etwa 1.000 verschiedene Mikrobenarten sind mit der Haut “vergesellschaftet”. Die meisten Mikroorganismen befinden sich auf den obersten Schichten der Epidermis und in den Haarfollikeln.

– Häufigste Mikroben-Gruppen heißen Actinobacteria, Proteobacteria, Firmicutes und Bacteroidetes.

Was macht gesunde, schöne Haut aus?

Als dynamisches und großes Organ ist es eine Kernaufgabe der Haut uns zu schützen, so beispielsweise vor UV-Strahlen oder im Gegenteil vor Kälte, aber auch vor gefährlichen Krankheitserregern.

Kaum jemand wird bestreiten, dass gesunde Haut zunächst durch die Abwesenheit von Hauterkrankungen, gekennzeichnet ist. Schöne Haut aber definiert sich in den letzten Jahrzehnten vermehrt über die Abwesenheit von Falten.

Eine schöne Haut soll heute auch oft faltenfrei und glatt sein, was allerdings im Auge der Betrachterin oder des Betrachters liegt. Nichts desto trotz bieten die innovativen Methoden gegen Hautalterung zusätzlich viele Möglichkeiten der Hautpflege.

Abgesehen davon gibt es allgemeine und “objektive” Merkmale, die eine gesunde und schöne Haut erkennen lassen:

  • ein gleichmäßiger Teint, also auch die Abwesenheit von Hautirritationen und Hautrötungen oder Hauterkrankungen und Entzündungen durch Akne, Rosacea, Periorale Dermatitis
  • eine gut befeuchtete, also hydratisierte Haut – im Gegensatz zu einer trockenen oder schuppigen Haut
  • wenig und möglichst keine Hautunreinheiten
  • glatte, straffe Haut ohne Falten und mit viel Elastizität, die durch Kollagen aufrechterhalten wird
  • eine intakte Schutzbarrierefunktion, die die Haut widerstandsfähig macht

Mikrobiomanalyse – Wie kann die Darmflora zu gesunder, schöner Haut verhelfen?

Eine Mikrobiomanalyse hat das Potential, dabei zu helfen, die Hautgesundheit zu verbessern und die natürliche Schönheit zu fördern. Dabei empfiehlt sich ein ganzheitlicher Ansatz: Das Hautmikrobiom steht in Wechselwirkung mit dem Darmmikrobiom.

Die Analyse des Mikrobioms liefert Erkenntnisse über die Zusammensetzung der „Bewohner“ im Verdauungstrakt. Die Ergebnisse können nicht nur über Darmerkrankungen Aufschluss geben, sondern sind auch für Hautprobleme von Bedeutung.

Als therapeutische Maßnahme können dann Anpassungen in der eigenen Ernährungsweise und beim Essen vorgenommen werden, um den Organismus und die Zellen mit den gewünschten Bakterienarten in der optimalen Anzahl zu besiedeln.

Auf diese Weise kann in vielerlei Hinsicht mit Hilfe der „Einstellung“ des Darm ein Beitrag zur Therapie von Erkrankungen geleistet werden.

Was ist eine Mikrobiomanalye?

Bei einer Mikrobiomanalyse wird die Darmflora durch die Untersuchung einer Stuhlprobe analysiert – oft ist also der Begriff Stuhlprobe oder Stuhlabgabe der bekanntere.

Dabei werden verschiedene Bakterienarten und Pilze untersucht, um festzustellen, ob das Mikrobiom in Balance ist.

Im Fokus steht die Unterscheidung zwischen für das Mikrobiom förderlichen und potenziell schädlichen Bakterienstämmen bzw. Darmbakterien.

Die Stuhlprobe in einem Labor untersuchen zu lassen, ist in der Regel eine Privatleistung, die Patienten aus eigener Tasche zahlen.

Jedoch erscheint diese Untersuchung lohnenswert, um eine Art Fingerabdruck des Darms zu erhalten.

Anhand der Stellschraube Ernährung entlang der Darm-Hirn-Achse – so die Idee der Mikrobiom Forschung – kann man nicht nur Faktoren wie Gewicht, Übergewicht, Krannkheitserreger betrachten, sondern auch auf die Funktion und Gesundheit verschiedener Körperregionen Einfluss nehmen.

Darmmikrobiom als Wegweiser für die Pflege der Haut

Mögliche Erkenntnisse nach einer Mikrobiomanalyse betreffen die individuellen Bedürfnisse der Haut – auf dieser Basis können gezielt spezielle Hautpflegeprodukte und Maßnahmen zur Skin Care Routine (Pflegeroutine) ausgewählt werden.

Kern der Mikrobiomanalyse bilden jedoch die Schlussfolgerungen zur Ernährung und das Herausarbeiten eines Speiseplans bzw. von Empfehlungen zur Ernährung im Sinne einer Ernährungsberatung.

Auf diese Weise kann die Auswertung der Darmflora dazu beitragen, maßgeschneiderte und individuelle Lösungen zu Gunsten einer gesunden und schönen Haut zu entwickeln.

Feine Veränderungen im Darmmikrobiom – Hausmittel gegen Hautpilze

Ein kleiner Exkurs zu einem oft gesuchten Thema, nämlich über Hautpilze verdeutlicht gut, welche Möglichkeiten und Perspektiven zur Behandlung von Beschwerden an der Haut existieren und auch gesucht werden.

Auch bei Hautpilz gibt es wie bei den Hauterkrankungen im Vergleich zu schöner Haut, die gleichsam gesund ist, einen Zusammenhang zum Hautmikrobioms und der Hautbarriere. Ein intaktes Mikrobiom der Haut und des Darms führt – vereinfach gesagt – zu gesunder Haut und fördert ein starke Hautbarriere.

Ein gesundes Mikrobiom unterstützt zudem ein wirksames Immunsystem, welches so gut wie möglich verhindern, dass Pilze oder andere Erreger sich niederlassen und vermehren können.

Durch Stress und auch übermäßige Hygiene werden einige Hauterkrankungen und auch Hautpilze begünstigt. Die Unterstützung der Barrierefunktion unserer „Hülle“ durch die Unterstützung des Mikrobioms ist unerlässlich, um die Hautgesundheit aufrechtzuhalten und schöne Haut zu bekommen.

Mit „natürlichen“ Mittel gegen Hautprobleme

Im Internet kann man Einiges über Hausmittel gegen Hautpilz finden. Essig, Teebaumöl, Knoblauch, Backpulver, Salbei oder Oregano-Öl kommen neben Naturjoghurt zum Einsatz um den Hautpilz zu behandeln. Doch das Lindern der Beschwerden, die durch den Hautpilz entstehen, ist im Falle der genannten Kräuter, Gewürze und Öle meist nur temporär.

Zumal diese von außen aufgetragen werden, können zudem auch gegenteilige Nebenwirkungen, also beispielsweise zusätzliche Hautreizungen entstehen.

Wissenschaftlich bewiesen ist also die Wirkung der Hausmittel gegen Hautpilz nicht, wenn auch teils eine beruhigende Wirkung auf die Epidermis festgestellt werden kann. Das Schwierige ist demnach, ein Hausmittel hilft einer Person mit Hautpilz, bei der anderen Person können sich die Symptome verschlimmern. Gegen den Erreger selbst sind die Hausmittel nicht nachweislich wirksam.

Der Wunsch der Betroffenen mit “natürlichen Mitteln” gegen ein bestehendes Hautproblem vorgehen zu können, ist ebenso alt wie verständlich.

Im Grunde genommen ist dies nicht so weit entfernt von einer möglichen Ernährungsumstellung, die nach einer Ernährungsberatung auf Grundlage einer Analyse des Mikrobiom Darm auf Betroffene zu kommt.

Das eine oder andere der genannten Hausmittel kann also durchaus auf dem Speiseplan landen und letztlich gegen als ergänzende Maßnahme zur Behandlung von Hauterkrankungen und Beschwerden eingesetzt werden.

Fazit: Hautpflege via Mikrobiom – Nachhaltiger Weg zu gesunder, schöner Haut

Eine ganzheitliche Skincare-Routine ist eine, die das Hautmikrobiom unterstützt. Sie agiert stets in Kombination mit einer gesunden Lebensweise. In diesem Sinne kann das Mikrobiom mit den „richtigen“ Bakterien ein Schlüssel zu nachhaltiger Hautgesundheit und schöner Epidermis sein.

Das Hautmikrobiom ist eng mit dem Darmmikrobiom verbunden, einem komplexen Ökosystem bestehend aus der Gesamtheit aller Mikroorganismen, das die Verdauung, das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit beeinflusst. Was unter dem Begriff „Mikrobiom“ nun verhandelt wird, ist auf eine Art nicht neu – nur wird der Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit nicht nur des Verdauungstrakt, sondern des ganzen Körper dadurch nochmals hervorgehoben.

Eine ausgewogene Ernährung mit frischen Lebensmitteln, reich an Biotin und anderen essenziellen Nährstoffen, wie Eigelb, Fisch, Nüssen, Gemüse und Vollkornprodukten, liefert die Bausteine für gesunde und gut befeuchtete Haut.

Zusätzlich fördern Eiweißquellen, dabei insbesondere Kollagen aus pflanzlichen Produkten, die Elastizität und Festigkeit der Epidermis.

Gesunder Lebensstil – gesundes Mikrobiom

Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Wasser, Schlaf, Bewegung und der Überprüfung von Nährstoff- und Vitaminwerten sorgt für die Basis eines strahlenden Teint.

Zusammen mit einer individuell abgestimmten Skincare-Routine, die das Hautmikrobiom in Balance hält, wird die Haut nicht nur vor äußeren Einflüssen geschützt, sondern auch effektiv gepflegt.

Um einen individuellen Ernährungsplan zu entwickeln, der das Darmnikrobiom und auch das der Haut auf Dauer unterstützt, ist eine Analyse der Zusammensetzung der Darmbakterien hilfreich.

Gesunde, schöne Haut ist das Ergebnis dieses nachhaltigen Ansatzes: Sie ist frei von Entzündungen, gut durchblutet und bietet eine starke Barriere gegen Umwelteinflüsse.

Mit einem Fokus auf Ernährung, Lebensstil im Einklang mit einer adäquaten Hautpflege lässt sich langfristig ein harmonisches Zusammenspiel von innerer und äußerer Gesundheit und einem starken, widerstandsfähigem Immunsystem erreichen.

FAQ zu Mikrobiom Darm

Nein, das Mikrobiom ist individuell wie ein Fingerabdruck – jeder Mensch hat seine eigene Gesamtheit an Mikroben. Bereits als ungeborenes Baby beginnt der Aufbau dieses Lebensraums, beeinflusst durch Geburtsart, Stillen und erste Nahrung. Später wirken sich Ernährung, Lebensstil und Umwelt auf die Mikrobiota aus. Auch Faktoren wie Antibiotika, Krankheitserreger oder Übergewicht können das Gleichgewicht stören. Die Anzahl der Mikroorganismen im Darm übersteigt die der menschlichen Zellen – ein faszinierender Teil unseres Organismus, der noch viele offene Fragen für die Forschung birgt.

Die Ernährung ist ein zentraler Faktor für die Funktion des Mikrobioms. Ballaststoffe aus Obst und Gemüse, sowie Präbiotika dienen als Nahrung für gute Bakterienarten, während Probiotika gezielt lebende Mikroorganismen zuführen, die das Mikrobiom stärken. Eine darmfreundliche Ernährung unterstützt die Produktion wertvoller kurzkettiger Fettsäuren, die wiederum die Hautschutzbarriere stärken können. Studien zeigen, dass der gezielte Einsatz von Probiotika in der Therapie bestimmter Hautprobleme eingesetzt werden kann – ein spannender Forschungsstand, der sich stetig weiterentwickelt.

Die Zusammensetzung der Darmmikrobiota – also aller im Darm lebenden Mikroorganismen – wirkt sich direkt auf das Zusammenspiel zwischen Darm, Immunsystem und Haut aus. Ein ausgewogenes Ökosystem im Dickdarm kann Hauterkrankungen wie Akne oder Neurodermitis positiv beeinflussen. Bei einem Ungleichgewicht (Dysbiose) hingegen kann es zu Erkrankungen oder Entzündungsreaktionen kommen. Auch das Darm-Hirn-Achse-System spielt dabei eine Rolle, da Stress und Emotionen die Aktivität der Mikroben und damit indirekt das Hautbild beeinflussen können.