01.08.2025
Während die Medizinische Kosmetik auf Therapien zum sukzessiven Verschwinden der Symptome von Hauterkrankungen setzt, bekämpft die Ästhetische Dermatologie mit Injektionen durch Botulinumtoxin, Hyaluron, Radiesse und Polynukleotide sichtbare Zeichen der Hautalterung.
Wie auch das Mikrobiom im Darm das Hautbild prägen, positiv beeinflussen und zum Erhalt einer gesunden, schönen Haut führen kann, erfahren Sie im folgenden Beitrag.
Spätestens seit dem Bestseller “Darm mit Charme” von Giulia Enders sind Themen die Verdauung betreffen von einer vermeintlichen Tabuzone hinein in ein öffentliches Bewusstsein gerückt. In den letzten Jahren ist nun auch der Mikrobiomeffekt immer bekannter geworden und damit der mögliche Einfluss von Bakterien der Darmgesundheit von Menschen auf das gesamte Wohlergehen.
Das Mikrobiom des Darms, auch als Darmmikrobiom bezeichnet, beschreibt die Gesamtheit aller Mikroorganismen und Mikroben, die den Darm besiedeln.
Ähnlich wie das Hautmikrobiom besteht es aus einer Vielzahl von Mikroorganismen, darunter fallen:
Diese Mikroben leben in enger Gemeinschaft und erfüllen essenzielle Aufgaben für die Gesundheit des Menschen.
Das Darmmikrobiom spielt in erster Linie eine zentrale Rolle für die Verdauung, indem es Nährstoffe aufschlüsselt, die der Körper allein nicht verwerten könnte. Darüber hinaus trägt das Mikrobiom im Darm aber auch zur Regulierung des Immunsystems bei, schützt die Darmschleimhaut vor schädlichen Keimen und unterstützt die Produktion von Vitaminen sowie entzündungshemmenden Substanzen.
Ein ausgewogenes Mikrobiom ist daher entscheidend für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen, aber auch für den Zustand unserer Haut.
Ähnlich wie der Darm besitzt auch die Haut ein eigenes Mikrobiom. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen weisen auf die Wechselwirkung zwischen dem Mikrobiom der Haut und dem Mikrobiom des Darms hin.
Einfach gesagt, kann eine ausgewogene Darmflora helfen, das Hautmikrobiom ins Gleichgewicht zu bringen und so auch bestehende Hautprobleme zu verringern oder ihnen vorzubeugen.
Kurze Infos über das Hautmikrobiom:
– Die Haut ist mit zwei Quadratmetern Oberfläche ein riesiges Ökosystem für Mikroorganismen. Auf der Haut leben ca. 100 Milliarden Mikroorganismen, darunter Bakterien, Archaeen, Viren, Pilze und Milben.
– Etwa 1.000 verschiedene Mikrobenarten sind mit der Haut “vergesellschaftet”. Die meisten Mikroorganismen befinden sich auf den obersten Schichten der Epidermis und in den Haarfollikeln.
– Häufigste Mikroben-Gruppen heißen Actinobacteria, Proteobacteria, Firmicutes und Bacteroidetes.
Als dynamisches und großes Organ ist es eine Kernaufgabe der Haut uns zu schützen, so beispielsweise vor UV-Strahlen oder im Gegenteil vor Kälte, aber auch vor gefährlichen Krankheitserregern.
Kaum jemand wird bestreiten, dass gesunde Haut zunächst durch die Abwesenheit von Hauterkrankungen, gekennzeichnet ist. Schöne Haut aber definiert sich in den letzten Jahrzehnten vermehrt über die Abwesenheit von Falten.
Eine schöne Haut soll heute auch oft faltenfrei und glatt sein, was allerdings im Auge der Betrachterin oder des Betrachters liegt. Nichts desto trotz bieten die innovativen Methoden gegen Hautalterung zusätzlich viele Möglichkeiten der Hautpflege.
Abgesehen davon gibt es allgemeine und “objektive” Merkmale, die eine gesunde und schöne Haut erkennen lassen:
Eine Mikrobiomanalyse hat das Potential, dabei zu helfen, die Hautgesundheit zu verbessern und die natürliche Schönheit zu fördern. Dabei empfiehlt sich ein ganzheitlicher Ansatz: Das Hautmikrobiom steht in Wechselwirkung mit dem Darmmikrobiom.
Die Analyse des Mikrobioms liefert Erkenntnisse über die Zusammensetzung der „Bewohner“ im Verdauungstrakt. Die Ergebnisse können nicht nur über Darmerkrankungen Aufschluss geben, sondern sind auch für Hautprobleme von Bedeutung.
Als therapeutische Maßnahme können dann Anpassungen in der eigenen Ernährungsweise und beim Essen vorgenommen werden, um den Organismus und die Zellen mit den gewünschten Bakterienarten in der optimalen Anzahl zu besiedeln.
Auf diese Weise kann in vielerlei Hinsicht mit Hilfe der „Einstellung“ des Darm ein Beitrag zur Therapie von Erkrankungen geleistet werden.
Bei einer Mikrobiomanalyse wird die Darmflora durch die Untersuchung einer Stuhlprobe analysiert – oft ist also der Begriff Stuhlprobe oder Stuhlabgabe der bekanntere.
Dabei werden verschiedene Bakterienarten und Pilze untersucht, um festzustellen, ob das Mikrobiom in Balance ist.
Im Fokus steht die Unterscheidung zwischen für das Mikrobiom förderlichen und potenziell schädlichen Bakterienstämmen bzw. Darmbakterien.
Die Stuhlprobe in einem Labor untersuchen zu lassen, ist in der Regel eine Privatleistung, die Patienten aus eigener Tasche zahlen.
Jedoch erscheint diese Untersuchung lohnenswert, um eine Art Fingerabdruck des Darms zu erhalten.
Anhand der Stellschraube Ernährung entlang der Darm-Hirn-Achse – so die Idee der Mikrobiom Forschung – kann man nicht nur Faktoren wie Gewicht, Übergewicht, Krannkheitserreger betrachten, sondern auch auf die Funktion und Gesundheit verschiedener Körperregionen Einfluss nehmen.
Mögliche Erkenntnisse nach einer Mikrobiomanalyse betreffen die individuellen Bedürfnisse der Haut – auf dieser Basis können gezielt spezielle Hautpflegeprodukte und Maßnahmen zur Skin Care Routine (Pflegeroutine) ausgewählt werden.
Kern der Mikrobiomanalyse bilden jedoch die Schlussfolgerungen zur Ernährung und das Herausarbeiten eines Speiseplans bzw. von Empfehlungen zur Ernährung im Sinne einer Ernährungsberatung.
Auf diese Weise kann die Auswertung der Darmflora dazu beitragen, maßgeschneiderte und individuelle Lösungen zu Gunsten einer gesunden und schönen Haut zu entwickeln.
Ein kleiner Exkurs zu einem oft gesuchten Thema, nämlich über Hautpilze verdeutlicht gut, welche Möglichkeiten und Perspektiven zur Behandlung von Beschwerden an der Haut existieren und auch gesucht werden.
Auch bei Hautpilz gibt es wie bei den Hauterkrankungen im Vergleich zu schöner Haut, die gleichsam gesund ist, einen Zusammenhang zum Hautmikrobioms und der Hautbarriere. Ein intaktes Mikrobiom der Haut und des Darms führt – vereinfach gesagt – zu gesunder Haut und fördert ein starke Hautbarriere.
Ein gesundes Mikrobiom unterstützt zudem ein wirksames Immunsystem, welches so gut wie möglich verhindern, dass Pilze oder andere Erreger sich niederlassen und vermehren können.
Durch Stress und auch übermäßige Hygiene werden einige Hauterkrankungen und auch Hautpilze begünstigt. Die Unterstützung der Barrierefunktion unserer „Hülle“ durch die Unterstützung des Mikrobioms ist unerlässlich, um die Hautgesundheit aufrechtzuhalten und schöne Haut zu bekommen.
Im Internet kann man Einiges über Hausmittel gegen Hautpilz finden. Essig, Teebaumöl, Knoblauch, Backpulver, Salbei oder Oregano-Öl kommen neben Naturjoghurt zum Einsatz um den Hautpilz zu behandeln. Doch das Lindern der Beschwerden, die durch den Hautpilz entstehen, ist im Falle der genannten Kräuter, Gewürze und Öle meist nur temporär.
Zumal diese von außen aufgetragen werden, können zudem auch gegenteilige Nebenwirkungen, also beispielsweise zusätzliche Hautreizungen entstehen.
Wissenschaftlich bewiesen ist also die Wirkung der Hausmittel gegen Hautpilz nicht, wenn auch teils eine beruhigende Wirkung auf die Epidermis festgestellt werden kann. Das Schwierige ist demnach, ein Hausmittel hilft einer Person mit Hautpilz, bei der anderen Person können sich die Symptome verschlimmern. Gegen den Erreger selbst sind die Hausmittel nicht nachweislich wirksam.
Der Wunsch der Betroffenen mit “natürlichen Mitteln” gegen ein bestehendes Hautproblem vorgehen zu können, ist ebenso alt wie verständlich.
Im Grunde genommen ist dies nicht so weit entfernt von einer möglichen Ernährungsumstellung, die nach einer Ernährungsberatung auf Grundlage einer Analyse des Mikrobiom Darm auf Betroffene zu kommt.
Das eine oder andere der genannten Hausmittel kann also durchaus auf dem Speiseplan landen und letztlich gegen als ergänzende Maßnahme zur Behandlung von Hauterkrankungen und Beschwerden eingesetzt werden.
Eine ganzheitliche Skincare-Routine ist eine, die das Hautmikrobiom unterstützt. Sie agiert stets in Kombination mit einer gesunden Lebensweise. In diesem Sinne kann das Mikrobiom mit den „richtigen“ Bakterien ein Schlüssel zu nachhaltiger Hautgesundheit und schöner Epidermis sein.
Das Hautmikrobiom ist eng mit dem Darmmikrobiom verbunden, einem komplexen Ökosystem bestehend aus der Gesamtheit aller Mikroorganismen, das die Verdauung, das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit beeinflusst. Was unter dem Begriff „Mikrobiom“ nun verhandelt wird, ist auf eine Art nicht neu – nur wird der Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit nicht nur des Verdauungstrakt, sondern des ganzen Körper dadurch nochmals hervorgehoben.
Eine ausgewogene Ernährung mit frischen Lebensmitteln, reich an Biotin und anderen essenziellen Nährstoffen, wie Eigelb, Fisch, Nüssen, Gemüse und Vollkornprodukten, liefert die Bausteine für gesunde und gut befeuchtete Haut.
Zusätzlich fördern Eiweißquellen, dabei insbesondere Kollagen aus pflanzlichen Produkten, die Elastizität und Festigkeit der Epidermis.
Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Wasser, Schlaf, Bewegung und der Überprüfung von Nährstoff- und Vitaminwerten sorgt für die Basis eines strahlenden Teint.
Zusammen mit einer individuell abgestimmten Skincare-Routine, die das Hautmikrobiom in Balance hält, wird die Haut nicht nur vor äußeren Einflüssen geschützt, sondern auch effektiv gepflegt.
Um einen individuellen Ernährungsplan zu entwickeln, der das Darmnikrobiom und auch das der Haut auf Dauer unterstützt, ist eine Analyse der Zusammensetzung der Darmbakterien hilfreich.
Gesunde, schöne Haut ist das Ergebnis dieses nachhaltigen Ansatzes: Sie ist frei von Entzündungen, gut durchblutet und bietet eine starke Barriere gegen Umwelteinflüsse.
Mit einem Fokus auf Ernährung, Lebensstil im Einklang mit einer adäquaten Hautpflege lässt sich langfristig ein harmonisches Zusammenspiel von innerer und äußerer Gesundheit und einem starken, widerstandsfähigem Immunsystem erreichen.
Nein, das Mikrobiom ist individuell wie ein Fingerabdruck – jeder Mensch hat seine eigene Gesamtheit an Mikroben. Bereits als ungeborenes Baby beginnt der Aufbau dieses Lebensraums, beeinflusst durch Geburtsart, Stillen und erste Nahrung. Später wirken sich Ernährung, Lebensstil und Umwelt auf die Mikrobiota aus. Auch Faktoren wie Antibiotika, Krankheitserreger oder Übergewicht können das Gleichgewicht stören. Die Anzahl der Mikroorganismen im Darm übersteigt die der menschlichen Zellen – ein faszinierender Teil unseres Organismus, der noch viele offene Fragen für die Forschung birgt.
Die Ernährung ist ein zentraler Faktor für die Funktion des Mikrobioms. Ballaststoffe aus Obst und Gemüse, sowie Präbiotika dienen als Nahrung für gute Bakterienarten, während Probiotika gezielt lebende Mikroorganismen zuführen, die das Mikrobiom stärken. Eine darmfreundliche Ernährung unterstützt die Produktion wertvoller kurzkettiger Fettsäuren, die wiederum die Hautschutzbarriere stärken können. Studien zeigen, dass der gezielte Einsatz von Probiotika in der Therapie bestimmter Hautprobleme eingesetzt werden kann – ein spannender Forschungsstand, der sich stetig weiterentwickelt.
Die Zusammensetzung der Darmmikrobiota – also aller im Darm lebenden Mikroorganismen – wirkt sich direkt auf das Zusammenspiel zwischen Darm, Immunsystem und Haut aus. Ein ausgewogenes Ökosystem im Dickdarm kann Hauterkrankungen wie Akne oder Neurodermitis positiv beeinflussen. Bei einem Ungleichgewicht (Dysbiose) hingegen kann es zu Erkrankungen oder Entzündungsreaktionen kommen. Auch das Darm-Hirn-Achse-System spielt dabei eine Rolle, da Stress und Emotionen die Aktivität der Mikroben und damit indirekt das Hautbild beeinflussen können.
Frau Dr. med. Draga Kuzmanovic ist eine international ausgebildete Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit über 30 Jahren Erfahrung. Sie verbindet medizinische Präzision mit künstlerischem Feingefühl. In der Elbklinik Hamburg bietet sie ihren Patient:innen individuelle, ästhetisch anspruchsvolle Behandlungen auf höchstem Niveau.
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